Solidarität – das ist die große Stärke unserer EVG. Was es bedeutet, zusammenzustehen, und gemeinsam für unsere Zentralen Forderungen in der Tarifrunde 2023 einzutreten, das haben wir am „Warnstreiktag“ eindrucksvoll unter Beweis gestellt: am Montag, den 27.3.2023, standen alle Räder standen still, weil Ihr aus Protest gegen die Verweigerungshaltung der Arbeitgeber einen ganzen Tag lang die Arbeit niedergelegt habt.
Die Solidarität, die wir uns mit dem Beschluss unserer gemeinsamen Forderungen gegenseitig versprochen haben, ist der Schlüssel für unseren gemeinsamen Erfolg. Das bedeutet aber auch, die eigenen Interessen mal zurückzustellen, wenn es für die Gemeinschaft wichtig ist. Nur wenn wir uns nicht spalten lassen, wird es gelingen, in allen Unternehmen, mit denen wir derzeit verhandeln, die gleiche Lohnerhöhung durchzusetzen. Gemäß unserem Motto „Gemeinsam geht mehr“.
Gleich nach dem Warnstreik sind wir in die zweite Verhandlungsrunde gestartet. Diesmal nicht mit der DB AG sondern mit zwei Unternehmen aus dem so genannten NE-Bereich: der Schieneninfrastruktur Ost-Niedersachsen (SInON) und der Osthannoverschen Eisenbahnen AG (OHE). Die Verhandlungen mit der DB AG sind auf den 25.4.2023 terminiert.
So manchem erscheint das zu spät. Ein neuer Verhandlungstermin – außer der Reihe – wird gefordert. Warum? Seitens der DB AG liegt immer noch kein Angebot vor, über das wir den Einstieg in die Verhandlungen schaffen könnten. Zudem sind mit allen Verhandlungspartnern die ersten drei Verhandlungstermine einvernehmlich vereinbart worden. Jeder wusste, dass einige Zeit vergehen wird, bis die nächste Runde startet. Deshalb haben wir darauf gedrängt, auf „Tariffolklore“ zu verzichten und von Anfang an verhandlungsfähige Angebote vorzulegen. Das hat keines der Unternehmen getan, mit denen wir derzeit verhandeln.
In dieser Runde brauchen wir Geduld. Dass jede Verhandlungsrunde gut vier Wochen dauern wird, (die über Ostern sechs), war von Anfang an klar. Dass die Arbeitgeber versuchen werden, die Verhandlungen in die Länge zu ziehen, in der Hoffnung, dass unsere Solidarität untereinander bröckelt und dann kein „gemeinsamer“ Abschluss sondern – wie in früheren Zeiten – viele unterschiedliche Abschlüsse das Ergebnis sein werden, war erwartbar. Umso wichtiges ist es, dass wir geschlossen zusammenstehen und aufmerksam beobachten, welche Angebote unterbreitet werden, um eine gemeinsame Linie zu finden. Im EVG-Express informieren wir Dich darüber unter » Verhandlungstermine und -ergebnisse.
Einen gemeinsamen Abschluss auch in den Unternehmen, die auf sich allein gestellt nicht so durchsetzungsfähig wären, kriegen wir nur hin, wenn wir solidarisch bleiben
In der „Tarifrunde 2023 steht das „Wir“ im Mittelpunkt. Einen gemeinsamen Abschluss – auch in den Unternehmen, die auf sich allein gestellt nicht so durchsetzungsfähig wären –, kriegen wir nur hin, wenn wir solidarisch bleiben. Darum bittet auch die Zentrale Fachgruppe der NE-Bahnen, der sich Busfahrerinnen und Busfahrer sowie die Fachgruppe Lokfahrdienst angeschlossen haben: » den offenen Brief lesen
Nach Ostern verhandeln wir mit der Transdev, anschließend mit der DB AG; bis Mitte Mai werden wir mit allen Unternehmen ein zweites Mal verhandelt haben. Verhandlungen vor und nach Ostern werden wir nicht führen. Aus einem einfachen Grund: wann immer wir verhandeln, muss der Arbeitskampf eine Option zu reagieren sein. Das würde bedeuten: ein Warnstreik über Ostern wäre möglich. Das erscheint uns nicht zielführend. Denn treffen würden wir damit zwar auch die Unternehmen, in erster Linie aber die Reisenden. Das ist nicht unser Ziel. Wir werden andere Möglichkeiten nutzen, unseren berechtigten Forderungen Nachdruck zu verleihen.
